Resümee 2013

Sachsenbike-Heimkinderausfahrt 2013

Barbarisch klingelt samstags um 5.30 Uhr der Wecker, noch eher als sonst zur Heimkinderausfahrt, denn wir haben viel vor. Der Blick nach draußen sagt: trüb, viele Wolken, mit 9 Grad recht kühl, aber immerhin trocken. Dann geht es zum Start zum Motorradhaus Dresden in der Fischhausstraße. Um 7.00 Uhr nimmt das Org.büro mit Grit, Hannah, Annette und Katrin seine Arbeit auf.

Komisch ist, dass der umtriebige der Herr Born und seine in akurater Zweierreihe formierten weißrussischen Kinder fehlen. In diesem Jahr findet erstmals eine Sachsenbike-Heimkinderausfahrt ohne die Tschernobyl-Kinder aus dem Kinderkurheim Dresden-Volkersdorf statt, welches im November 2012 schließen musste. Die Sachsenbiker beschlossen, dass es trotzdem weiterhin Ausfahrten geben wird, denn viele andere Kinder freuen sich ebenfalls über einen ausgelassenen Tag auf dem Rücksitz eines Motorrades. Deshalb geht es in der 12. Auflage mit 60 Kindern aus dem Pfarrer-Dinter-Haus in Dresden-Klotzsche, der Treberhilfe Dresden sowie von Sonnenstrahl Dresden auf Tour.

Wie immer ist viel Trubel auf dem Platz, denn Kinder, Betreuer, (noch die Eltern), Biker, Sicherheitsgruppe, Begleitfahrzeuge und dieses Mal die Leute vom mdr wollen koordiniert werden. Das Org. büro arbeitet routiniert, Einsatzleiterin Ute hat den Überblick, Thomas kümmert sich um die Moderatoren Sarah und Lars von der mdr jump Morningshow, die live übertragen. Soweit läuft alles nach Plan, das Gepäck findet in Sebastians Crafter Platz, die Sicherheitsgruppe formiert sich, DRK und Polizei kommen zur Unterstützung. Kinder und Fahrer finden sich, zum Glück sind viele Kinder schon recht warm angezogen, etliche Biker haben auch warme Sachen für die Kinder mit, mit 10 bis 14°C wird es doch kühl bleiben.

Dann tut sich ein unerwartetes Problem auf: Wir hatten im Vorfeld die Teilnehmerzahl beschränkt, da Tropical Islands maximal 140 Leute kostenlos einlässt. Bei 60 teilnehmenden Kindern hatten wir im Vorfeld die Anmeldeliste bei 60 angemeldeten Fahrern geschlossen. Zwar hätten wir ca. 15-20 Bänder Reserve für ungemeldete Fahrer, machten uns aber dennoch Sorgen, dass zu viele Fahrer unangemeldet kommen. Dann hätten wir Fahrer vor den Kopf stoßen und wieder heim schicken müssen. Aber das Gegenteil traf ein: Von 55 angemeldeten Bikern erschienen nur 46 und von 7 jump-Gewinnern nur 2. Wir hatten zu tun, ausreichend Fahrer für alle Kinder zu haben. Wir waren sehr enttäuscht! Zum Glück blieb dies den Kindern weitgehend verborgen und wir hatten ausreichend eigene Leute (Danke an Detti, Kai-Uwe, DRK-Christian usw.), die einspringen konnten.

Gegen 8.30 Uhr wurde es ernst. Das Polizeiauto rollt vom Platz und sperrt die Fischhausstraße Richtung Heide, die Kolonne formiert sich, alle Kinder werden mit ihren Fahrern auf dem Bike fotografiert. Der Fotograf und Maik als bikender Kurier machen sich auf den Weg zum Entwickeln der Bilder. Die Fahrt beginnt, es ist kühl und trüb, aber die Straßen sind trocken und es regnet nicht. Die Polizeibegleitung ist dieses Jahr routiniert und nicht zu ängstlich, wir kommen gut voran, nur Katrin als „Anführer“ der Begleitfahrzeuge kämpft, um mit dem hoffnungslos überladenen Hänger den Anschluss zu halten.

Wir verlassen Dresden in Richtung Norden. Nach einer reichlichen Stunde ist die Krabatmühle in Schwarzkollm erreicht. Wir werden vom Müller Krabat persönlich begrüßt. Hier gibt es eine erste Pause und eine kleine Stärkung. Weil es so kühl ist, haben die freundlichen Damen neben dem Eis auch heißen Tee für die Kinder und köstlichen Kaffee für die Fahrer vorbereitet. Auch für ein kleines nachträgliches Geburtstagsständchen der Sachsenbiker für René ist Zeit.

Nachdem Bernds Auto vom überschweren Hänger befreit ist, geht die Fahrt weiter. Nun ist es auch für Katrin ein Leichtes, den Tross der Begleitfahrzeuge eng an der Kolonne zu halten und das Einfahren von anderen Fahrzeugen zu verhindern. Problemlos geht die Fahrt weiter, die Polizei führt zügig die Kolonne, die Sicherheitsgruppe arbeitet zuverlässig, den Kindern geht es gut es auf den Motorrädern. Auch eine Kehrtwende an einer unerwarteten Baustelle verdirbt die Stimmung nicht. Wir verlassen Sachsen in Richtung Brandenburg und fahren durch das Neue Lausitzer Seenland zum Gräbendorfer See. Hier hat uns freundlicherweise der Angel- und Segelsportverein Gräbendorfer See sein Gelände für die Mittagsrast zur Verfügung gestellt. Wölfchen wartet mit einer dampfenden Gulaschkanone mit Kartoffelsuppe und Würstchen, gesponserte Getränke von Lichtenauer und Müller Milch stehen parat.

Die letzte Etappe der Reise müssen wir zwar polizeilich genehmigt, aber ohne Polizeibegleitung bewältigen. Jetzt muss die Sicherheitsgruppe sehr umsichtig sein, zum Glück haben wir noch ein Motorrad und einen Rettungswagen des DRK als Begleitung. Als wir uns gegen 14.00 Uhr auf den Weg machen, beginnt es tatsächlich zu nieseln. Wir wollen uns nicht bange machen lassen. Zum Glück ist wenig Verkehr, sodass wir zügig voran kommen. Nun fängt es richtig zu regnen an, eine Premiere nach elf regenfreien Heimkinderausfahrten. Auf Nachfrage sind aber alle Kinder gut gelaunt, keines will in die Begleitbusse umsteigen.

Nun wird es also Zeit, dass wir ankommen, denn der Regen hört nicht wieder auf ‑ wird er übrigens nicht bis zum Montagnachmittag und ist eine der Ursachen für die Flut 2013. Insgesamt sind wir gut in der Zeit und erreichen fast überpünktlich um 15.00 Uhr den Campingplatz am Tropical Islands in Brand. Dort warten Tipis mit fertig bezogenen Betten und ein Imbiss auf die Kinder. Die Kinder werden von den Mitarbeitern des Tropenbades freundlich in Empfang genommen, sie können sich umziehen, die Tipis in Beschlag nehmen und sich stärken. Die Moderatoren von jump, die viel Spaß bei unserer Ausfahrt hatten, verabschieden sich.

Danach geht es ins heiß ersehnte Badeparadies. Der Shuttlebus steht bereit und die Kinder sind mit ihren Betreuern in tropische Badelandschaften entschwunden. Für die Biker steht zunächst die undankbare Aufgabe, ihre eigenen Zelte im strömenden Regen aufzubauen. Da hilft auch das von Sachsenbike ausgeschenkte Bier wenig, um die Laune zu verbessern. Dann ist es endlich geschafft und auch wir dürfen dem Regen in freundlicheres Klima entfliehen.

Einzig Thomas fehlt uns seit geraumer Zeit, der ja als einziger über die mit dem Tropical Islands vereinbarten Details informiert ist. Wann fährt der reguläre Shuttlebus? Was ist mit den Privatfahrzeugen? Was ist mit der Übertragung des CL-Finales? Wo ist die Sonnenterrasse, ab wann gibt es Essen? Doch Thomas ist verschwunden.

Den Rest des Tages verbringen die Kinder und Biker in der riesigen Halle des Tropical Islands. Immer wieder finden sich Gruppen zusammen, um gemeinsam zu baden, ein tropisches (oder hopfiges) Getränk zu genießen oder einfach zu schwatzen. Der eine oder andere holt ein kleines Schläfchen in wohligem Klima nach. Wenke beschließt, ab heute schwimmen zu können und dreht eine Runde nach der anderen. Gegen Abend taucht auch Thomas mit seiner Familie auf und ist verwundert, dass die seit Stunden für uns reservierte Sonnenterrasse samt eigenen Liegen so wenig genutzt wird – tja, man hätte es eben nur wissen müssen!

Zum Abendbrot treffen sich alle auf der Sonnenterrasse wieder. Tropical Islands hat sich auch hier nicht lumpen lassen und ein ordentliches Buffet gezaubert, welches den Bedürfnissen hungriger Kinder und Biker bestens entspricht: Schnitzel, gegrillte Hühnerbeine, Folienkartoffeln, Mais, Salate und sogar leckere Nachspeisen lassen keine Wünsche offen. An dieser Stelle ein fettes Danke an Thomas für die Kontaktaufnahme und Organisation.

Als es Abend wird, haben die Erzieher zu tun, ihre Kinder pünktlich am Treffpunkt zu versammeln. Das Abschied-Nehmen vom Badespaß fällt manchen Kindern schwer. Die Biker bleiben noch zurück, manche treffen sich später im Campingplatzbistro, um mit zu verfolgen, wie Bayern München in London die Champions League gegen Borussia Dortmund gewinnt. Andere bleiben noch in der Badelandschaft und genießen sie nun einziehende Ruhe und die beschauliche Dämmerstimmung, um einen langen Tag ausklingen zu lassen. Auch Einsatzleiterin Ute kann sich nun entspannen und ihrem Babybauch Wärme gönnen. Michel und Björn werden (wieder einmal) dicke Freunde und toben endlos durch den Strand.

Irgendwann haben alle in die Zelte und Tipis gefunden und werden die ganze Nacht vom ununterbrochenen Sound des Regens begleitet. So fällt es morgens schwer, sich aus den klammen Zelten zu schälen. Die Mitarbeiter vom Tropical Islands meinen es noch einmal gut mit uns und verwöhnen uns mit einem leckeren Frühstück samt Würstchen, dicken Bohnen und Rührei. Die letzten Joghurts von Müller Milch schmecken den Kindern bzw. werden den Erziehern vom Pfarrer-Dinter-Haus zum Verbrauch übergeben. Die Kinder packen ihre Sachen und vertreiben sich im Bistro die Zeit bis zum Heimfahrt.

Gegen 9.00 Uhr gibt es eine letzte herzliche Verabschiedung. Die Sachsenbiker bedanken sich bei den letzten wackeren Motorradfahrern, die trotz des schlechten Wetters ausgehalten haben, denn ohne die Biker wären solche Ausfahrten schlicht nicht möglich. Die Fotos vom Samstagmorgen werden an die Kinder und „ihre“ Biker verteilt. Dann machen sich alle im strömenden Regen auf den Heimweg. Die Wetterprognosen zeigen, dass Warten auf das Ende des Regens nicht lohnt. Um 10.00 Uhr kommen die beiden Busse, die die Kinder trocken zurück nach Dresden bringen.

Die Sachsenbiker verabschieden sich von den Kindern, packen selbst ihre Sachen und machen sich ebenfalls auf den Heimweg. Sie sind zufrieden, dass auch die 12. Auflage ihrer Heimkinderausfahrt so gut verlaufen ist, sie den Kindern wieder einen schönen, erlebnisreichen Tag zaubern konnten und haben sich selbst bewiesen, dass sie auch bei Regen „heimkinderausfahren“ können.

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