Unser Rückblick auf die 24. Sachsenbike-Heimkinderausfahrt am 30.Mai 2026
Na das war doch mal was anderes: Starteten die letzten Heimkinderausfahrten unter guten Wettervorzeichen und endeten im Regen, war es diesmal umgekehrt. Tagelang hatte alles auf starke Niederschläge hingedeutet – aber dann blieben am 30 Mai alle und alles sonnig und trocken, Bikes und Biker, Kinder und Erzieher, Tross und Polizei, Straßen und Orte.
Ab acht Uhr riss an der Feldschlösschen-Brauerei das Dauerdonnern der eintrudelnden Maschinen kaum noch ab. Zeitgleich sprangen die Kinder aus Bussen und PKW. Viele suchten sofort ihren Fahrer vom letzten Jahr, manche entdeckten ihn auch, der Rest fand aber auch schnell einen Biker oder eine Bikerin und einen Platz. Bei der Helmausgabe war in diesem Jahr besonders viel Trubel, der Sitz der „Tüten“ wurde auch besonders sorgfältig vorher gecheckt. Da bleib genug Zeit für die Bikerinnen und Biker, sich übers Wiedersehen mit alten Bekannten zu freuen neue zu begrüßen und sofort in Ölgespräche zu verwickeln.
Los ging es trotzdem pünktlich, zunächst ein Weilchen über breite Bundesstraßen Richtung Kreischa, später über viele schmal Landstraßen: Scout Olaf hatte die Route in die Sächsische Schweiz gelegt und wieder hinaus. Zur Freude aller, die auf schöne Landschaften und Kurvenreichtum stehen – auch wenn man die natürlich mit über 140 Heimkindern und mehr als 200 Bikes entspannt und gesittet nimmt. Bei der Strecke mussten sich vor allem die Blockerinnen und Blocker zu noch mehr Disziplin zwingen als sonst.
Die Regenfront überm Erzgebirge blieb stoisch dort, wo sie stand, und rückte nicht näher. Das sah imposant aus, als es Richtung Ost-Südost ging, erst das Müglitz- und dann das Seidewitztal gequert wurde. Schließlich fielen wir aufs Gelände der ersten Pausenstation ein, dem Museum Historischer Kalkofen im Bahretaler Ortsteil Borna. Hier begann, was diese Heimkinderfahrt ebenfalls auszeichnete: ein Kulturprogramm, das die Gastgeber extra für uns organisiert hatten. Manch Oldschool-Biker lächelte wohlwollend über die Tanzdarbietungen der jungen Damen, ließ dabei das Wort „Hupfdohlen“ fallen und den eigenen Ranzen vor Freude hüpfen.
Noch ein Tal: Längs der Bahre zuckelte die Kolonne dann über eine weitere wunderschöne und nett gewundene Landstraße, bis es zügig über den Autobahnzubringer bei Pirna über die Elbe ging und dann weiter kurvig über Lohmen das Mittagsziel angepeilt wurde: die Steinreich Erlebniswelt am Basteipark vom perfekten Gastgeber Maciej Trzebunia.
Dort ließen sich Groß und Klein in der inzwischen strahlenden Sonne grillen und die Erwachsene außerdem ihre Maschinen glänzen. Die Kinder entdeckten das Steinreich-Labyrinth mit seinen Waldelfen und Geheimnissen, der Rest schlug die Zeit tot mit Essen, Rauchen, Flanieren – und weiteren Ölgesprächen. Wer schon bei der Probefahrt dabei gewesen war, der konnte sich dem Aufbruch nur mit dünnsten Geduldsfäden entgegensehnen, denn er wusste: Jetzt kommt der schönste Teil der Tour!
Die verlief über die Hocksteinschänke runter durch Berge und Wald nach Porschdorf, stieg in Rathmannsdorf steil und kurvig an und folgte in weiten und aussichtsreichen Bögen über die Höhe bis nach Lichtenhain. Wiederholungstäter erinnern sich: Hier endete vor einigen Jahren eine Ausfahrt erst im Wolkenbruch und dann an einer unerhofften Zuflucht: dem Gelände und dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr, wo die Kids die dicken Löschfahrzeuge erklettern durften.
Schön und schmal durch Berg und Tal ging es weiter nach Hohnstein, der engsten und anspruchsvollsten Passage der Tour mit der schmalen Ortsdurchfahrt und den Serpentinen runter ins Polenztal. Unter dürfte manch Mitbikender einen sehnsuchtsvollen Blick auf die Spitznadelkurven hoch zur Hocksteinschenke geworfen haben – aber dieser Weg ist an Wochenenden für Motorräder gesperrt, und unserem Ausnahmeantrag war nicht stattgegeben worden.
Zum Glück ist die fleckige Straße rauf nach Heeselicht immerhin landschaftlich ein guter Ersatz. Dort konnten wir nachholen, was vor einigen Jahren schon geplant, aber ins Regenwasser gefallen war: die Kaffeepause auf dem wunderschönen alten Gut Heeselicht beim Motorrad – Museum Sächsische Schweiz e.V. Es folgte der dritte Teil des Tour-Kulturprogramms in Form einer jungen Blasmusikkapelle – danke auch dafür vielmals!
Der Rückweg, ständig umschwirrt von Peggy und Olaf auf dem Foto-Bike, führte durch etwas, das manche Biker als „Hölle von Dürröhrsdorf-Dittersbach und Eschdorf“ bezeichnen und tunlichst meiden: Zwei elend lange Orte mit elend strenger Geschwindigkeitsbegrenzung. Aber zum Glück gab unser unser behördlicher Geleitschutz das Tempo vor, und das war zum Glück ein bisschen zügiger, als die Polizei erlaubt – normalerweise.
Selbst die finalen Dresdner Herausforderungen Grundstraße, Blaues Wunder und Schillerplatz wurden kollektiv gemeistert. Auch zum Schluss rollten wir fast pünktlich gemeinsam ein ins Ziel, auf das Gelände der Galopprennbahn Dresden-Seidnitz. Die war mit Bedacht dafür angedacht und angefragt worden, denn die große historische Tribüne bietet im Notfall für alle Schutz vor Regen.
Doch es blieb beim Kaiserwetter und machte die Heimkindeausfahrt 2026 mit dem obligatorischen Grillfinale bis zuletzt zu einem herrlichen Erlebnis: trocken, sonnig, landschaftlich und kulinarisch genussreich – stimmungsmäßig sowieso. Ob die HKA 2027 das toppen kann? Wir werden es auf jeden Fall wieder tun!
Herzlichen Dank an unsere Tourenpartner (im Text beschrieben), sowie den vielen – vielen – vielen langjährigen Helfern, Sponsoren und Unterstützern wie:
- THW-Helfervereinigung Dresden
- DRK Kreisverband Dresden-Land e. V.
- Lichtenauer Mineralquellen
- Dr. Quendt – Dresdner Originale Backkunst
- SachsenMilch
- Dresdner Backhaus
- KORCH – Radeberger Fleisch- und Wurstwaren Korch GmbH
- Fotoatelier Klemm
- Polizeidirektion Dresden und deren Motorradstaffel
- EDEKA Foodservice Stiftung & Co.KG
- Heinze Vermessungsbüro
- Motorradhaus Zehren
- Sandra Kleiner vom AWO Kreisverband Weißeritzkreis e.V.
- Privatspenden von – Dr.-Ing. Enrico Rudolph, Frank Opfermann, Sylvia Wohlfarth, Jens Schulze




